GERHARD GUNDERMANN

KOMMEN UND GEHEN

Alle die kommen woll'n, soll'n kommen können
Alle die bleiben woll'n, soll'n bleiben können
Alle die gehen woll'n, soll'n gehen können

Der Fährmann legt am Ufer an
Auf dem hölzern Landesteg
Stehn die bleichen Seelen an
Der Fährmann holt sie alle weg

Weg vom Hunger, weg vom Durst
Weg vom Schnaps und von der Wurst
Weg vom Geld und weg vom Salz
Weg vom Fenster und vom Hals

Ihrer besten Freund und Feinde
Aus der Mitte der Gemeinde
Aus der Hitze, aus dem Streit
Aus dem Leid und aus der Zeit

Alle die gehen woll'n, soll'n gehen können...

Sie sind satt von all dem Leben
Sie ham alles ausgegeben
Wollen nur noch ihre Ruh
Und stehn da mit Augen zu

Zurück zu uns woll'n sie nicht mehr
Zwingt sie nicht zur Wiederkehr
Ruft sie nicht und schickt sie leise
Wenn sie woll'n, auf ihre Reise

Laßt sie noch die Enkel sehn
Überm Haus ne Wende drehn
Und kippen ihre Tasse Glück
Wieder in die Welt zurück